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Susanne Bock - I.F.B.B. Figure PRO
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F L E X   S E P T E M B E R   2 0 0 2

 

Susanne Bock I.F.B.B. Figure ProDie Gesamtsiegerin der Deutschen Meisterschft, Susanne Bock, brilliert nicht nur durch ihren siegreichen Körper, sondern auch durch Charme und Ausstrahlung.

Im Rahmen der Aktion "Sportler helfen Kindern" im Altenaer Fitness Treff haben wir die Deutsche Meisterin Susanne Bock zum Interview getroffen und waren nicht nur von ihrer Optik, sondern auch von ihrer Persönlichkeit schlichtweg begeistert. Wer Susanne im Herbst 2001 gesehen hat, war bereits sichtlich beeindruckt von ihrem Auftritt. Wer Susanne im Frühjahr 2002 gesehen hat, konnte nicht umhin, ihre Verbesserungen zu bemerken und ihr den wahrhaft verdienten Gesamtsieg zu gönnen. Wer Susanne dann kennen lernt, vergisst fast ihre Siege und ihre körperliche Entwicklung und ist begeistert von einer lebenslustigen und charmanten Frau, die mit ihrem netten Lächeln und tollen Augen jeden in ihren Bann zieht.

 

Der Gesamtsieg
"Die Teilnahme im Herbst 2001 war eigentlich nicht geplant, denn ein achtwöchiger Krankenhausaufenthalt meines Mannes, dessen Zustand sehr kritisch war, sorgte für Umstände, unter denen ich lieber nicht starten wollte. Ich habe es trotzdem gewagt, auch wenn das eigentlich nicht die Form war, die ich bringen kann. Ich konnte zwar siegen, überlegte mir aber dann, es gleich noch einmal zu versuchen und mit perfektem Background und privatem Umfeld besser zu machen. Im Herbst hat es zwar gereicht, es war gut zum Kennenlernen für die Kampfrichter, aber im Frühjahr war die Vorbereitung dann natürlich optimaler. Ich habe inzwischen an meinen Beinbizeps gearbeitet, die seitliche Schulter verbessert, ein bisschen mehr Schwung in die Beine bekommen und den Bizeps etwas höher gebracht, und das waren eigentlich alle Verbesserungen, an denen ich gearbeitet habe. Ich hätte in Germering zwar noch etwas härter kommen können, aber zu viel Härte ist dann auch nicht erwünscht, besonders im Frauen-Bodybuilding. Trotz meiner Verbesserungen war ich nicht siegessicher, weil man nie weiß, wie es letztendlich ausgehen wird. Die Zweitplatzierte war sehr gut, hatte brutale Masse bei ihrer Größe. Ich habe zwar das Video noch nicht gesehen, weiß aber aus eigener Beurteilung, dass ich mit meiner Form sehr feminin ausgesehen habe.
In diesem Jahr werde ich auf keinen Fall erneut an den Start gehen und was im nächsten Jahr kommt, ist noch nicht spruchreif und ich halte mich bedeckt, bis die endgültigen Entscheidungen gefallen sind. Ich möchte zwar nicht viel mehr Masse aufbauen, vielleicht ein Kilo, aber mehr Schwung in den Beinen erarbeiten, vor allem den Adduktoren und Abduktoren, und die vordere und seitliche Schulter verbessern. Doch jetzt möchte ich meinem Körper erst einmal etwas Ruhe gönnen und gezielt an Schwächen arbeiten, bevor ich mich wieder in den Wettkampf stürze. Ich habe nach der Deutschen Meisterschaft erst einmal Urlaub gemacht, das Training ganz gestoppt, die Seele baumeln lassen und bin jetzt dabei, einen neuen Trainingsplan zu erstellen, um dann frisch wieder ins Training einzusteigen."

 

Alles eine Frage der Organisation Susanne Bock I.F.B.B. Figure Pro
"Von Beruf bin ich Vertriebsangestellte im Bereich Kontaktlinsen und Brillen (Augenoptiker und Augenärzte in ganz Deutschland) und arbeite in der Umgebung Frankfurt und Mainz im Außendienst, wobei sich die Tätigkeit mittlerweile mehr auf den Innendienst verlagert hat. So pendle ich zwischen meinem 1. Wohnsitz in Kiel und meinem 2. Wohnsitz in Mainz. Aufgrund dieser langen Wege ist es natürlich sehr schwer, alles unter einen Hut zu bringen, auch wenn ich im Innendienst arbeite, habe ich eine 40-50 Stunden Woche, aber es geht, wenn man einen sehr durchorganisierten Tag hat. Das fängt morgens mit dem Aufstehen um 5.00 Uhr an, Essen abwiegen, kochen und portionieren. (Auch off-season bin ich sehr diszipliniert, gehe maximal 5-6 kg über mein Wettkampfgewicht, um zu sehen, wo ich mich verbessere. Wenn ich meinen Bauch und meine Teilung nicht mehr sehe, kann ich auch nicht abschätzen, was sich tut, wo sich Verbesserungen zeigen.) Dann mache ich meine aeroben Einheiten, gehe unter die Dusche, gehe kurz mit dem Hund spazieren und dann ab zur Arbeit. Das Gewichtstraining mache ich abends nach Feierabend oder eben unterwegs. Durch gute Organisation und viel Disziplin schaffe ich es ganz gut, meine Mahlzeiten einzuhalten und mich auf Wettkämpfe vorzubereiten. Es mag vielleicht mal sein, dass ich nicht alle 2 oder 3 Stunden esse, das kann schon mal sein, aber ansonsten bekomme ich das ganz gut hin.
Starke Frauen sind natürlich grundsätzlich ein Thema, aber in meinem Job begegnen mir die meisten Leute enorm positiv. Häufig sind es die Frauen, dann aber eher im Urlaub am Strand, die ihre Nase rümpfen und sagen "Das sind aber zu viele Muskeln!". Sonst ist das Feedback durchweg positiv, ich gebe in Kiel sogar Seminare für Physio-Therapeuten im Bereich Trainingslehre und Ernährungslehre, und die sind durchweg begeistert, haben vor dem Seminar meist eine ganz andere Vorstellung. Wenn die Menschen erst einmal feststellen, was für ein enormer Wissens- und Erfahrungsschatz hinter dem Bodybuilding steckt, sind sie sehr fasziniert und überrascht. Ich pose bei solchen Seminaren auch, und kurz nach der Deutschen konnten sie aufgrund meiner Form natürlich enorm viel Muskelteilung sehen und wo sonst können sie besser für die Praxis "üben". Die Haut eines Wettkampfathleten ist so dünn, dass sie die Anatomie optimal erfühlen und begutachten können. Viele meiner Kunden haben sogar Autogramme von mir, es gibt viele Augenarzt-Praxen, in denen ich hänge. Bei der Messe "Alles für die Frau" bin ich zweimal aufgetreten, und obwohl das Publikum zu 90 % weiblich ist, war die Resonanz bisher immer durchweg positiv.
Da ich sehr ehrgeizig bin, muss ich einen sehr verständnisvollen Mann haben und meiner ist vorbildlich, ohne ihn könnte ich das alles nicht machen. Wann immer es geht, trainieren wir zusammen und er steht immer voll und ganz hinter mir. (Auch wenn er keine Diät halten muss. Ich habe ihm sogar schon einmal Lasagne mit Sahnesoße gemacht, als ich auf Diät war, das ist für mich kein Problem.)
Ich habe aufgrund der logistischen Vorgaben natürlich mehrere Studios, in denen ich trainieren kann, aber auch wenn ich in Kiel bin, gehe ich in unterschiedliche Studios, denn das ist für meine Muskulatur immer wieder ein schöner Anreiz, wenn ich an anderen Maschinen trainieren kann. Ich sehe andere Leute, habe andere Geräte, andere Anreize, das motiviert mich sehr."

 

Wettkampfhistorie
"Begonnen hat eigentlich alles in Spanien. Bei einem Urlaub auf Mallorca haben wir Dieter und Christine Brinks kennen gelernt und sind bis heute befreundet. Später sind wir dann zu einem Wettkampf eingeladen worden und dort habe ich Gudrun Schade gesehen, die ein riesiges Potenzial hatte - ich war völlig begeistert. Von da an stand fest, dass ich Wettkampfbodybuilderin werde. Ich war vorher sehr schlank und zart, habe etwas Fitness gemacht und Volleyball gespielt. Mein erster großer Wettkampf war die Landesmeisterschaft in Schleswig-Holstein 1998, ich bin dort in der Klasse Frauen III Landesmeisterin geworden und konnte bei der Deutschen Meisterschaft den 7. Platz erringen. Das war schon ein enormer Erfolg für die ersten Teilnahmen. Ich habe mir für meine Wettkampfteilnahmen Leute gesucht, die mich unterstützen und mir beim Training helfen. Ein Kraft- und Ausdauertrainer im Bereich American Football hat mir anfangs geholfen. 2001 bin ich im Herbst dann Landesmeisterin Rheinland-Pfalz und Int. Deutsche Meisterin geworden und habe jetzt im Frühjahr den Landesmeister-Titel wiederholt, konnte bei der Deutschen Meisterschaft den Gesamtsieg nach Hause holen."

 

Susanne Bock I.F.B.B. Figure ProTraining und Ernährung
"In der Off-season trainiere ich 4-5 mal mit Gewichten und mache 2-3 mal Kardio, in der Vorbereitungsphase steigere ich das auf 6-7 mal. Mein Training ist zyklisch aufgeteilt, ich nutze das Periodensystem - man kann schließlich nicht die ganze Zeit über maximal schwer trainieren. Das mache nur für Wachstumsschübe und gehe dann wieder auf 6-8 Wiederholungen pro Satz über. Ich lege vorher meine Muskelgruppen fest, aber die Übungen entscheiden sich beim Training instinktiv. Natürlich sind bestimmte Übungen für meine Schwachpunkte festgelegt und ich lasse Bewegungen weg, die für mich einfach keinen Sinn machen, bei Crunches am Seil spüre ich z.B. überhaupt nichts, also lasse ich die Übung weg.
Das Makronährstoff-Verhältnis beträgt 40/30/30 (Kohlenhydrate/Protein/Fett), wobei das Protein hauptsächlich aus tierischem Eiweiß besteht - schließlich habe ich den Fisch in Kiel immer frisch vor der Nase - die Kohlenhydrate aus komplexen Quellen stammen und das Fett vorrangig aus ungesättigten Ölen kommt. In der Diät habe ich einen Kardio-Tipp von Paul Mentis aufgegriffen und lasse das Kardio drei Wochen vor einem Wettkampf ganz weg. Das Körperfett sollte bis dahin schon so weit runter sein, dass man in den letzten Wochen nur noch das Wasser loswerden muss und die Muskulatur letztendlich praller aussieht."
"Wenn ich bedenke, dass ich erst seit vier Jahren Wettkämpfe bestreite, kann ich meine Karriere wohl als sehr erfolgreich bezeichnen. Den ersten Wettkampf vergisst man natürlich nie, aber der Gesamtsieg bei der Deutschen Meisterschaft ist ein ebenso unvergessliches Erlebnis und ein riesiger Erfolg."

Den wir Susanne von ganzem Herzen gönnen. Wir sind gespannt, wann und wo wir die sympathische Athletin wieder auf einer Wettkampfbühne sehen werden. Wer sich nicht so lange gedulden will, kann Susanne gern per email kontaktieren unter: BockSusanne@hotmail.com. Wenn es die Zeit erlaubt, steht Susanne gern für Gastauftritte zur Verfügung und Sponsoren sind natürlich auch jederzeit willkommen.

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